Taschenbuch: „Ich sprenge einen Hai“
Autor: Karl-Heinz Flegel
Die Literatur der Handelsschiffahrt der DDR ist um einen bemerkenswerten Titel reicher.
Der
Autor fuhr 22 Jahre auf verschiedenen Schiffen der Deutschen
Seereederei zur See. In seinem persönlichen Erinnerungsschatz schöpft
er geradezu aus dem Vollen. Hervorragend aufgearbeitetes Bildmaterial unterstützt gezielt die breitgefächerten Erlebnisberichte.
In
zwei Jahrzehnten hat zwischen Shanghai und Guayaquil sehr viel
stattgefunden. Mit dem feinen Gespür für das Wesenhafte und die Treue
des Details, gepaart mit umfassender Kennerschaft, wählt „Funker Felix“
einen unterhaltenden schlichten Erzählstil, der jeden „Ehemaligen“ voll
vertraut sein dürfte. Vielen namentlich Benannten setzt der Autor ein
Denkmal.
In dem Bestreben, unterhalten zu wollen, überwiegt die Heiterkeit. Aber auch mehrere betrübliche Schilderungen verdeutlichen die Gefahren und Risiken des Seemannsberufes.
Bis
auf wenige unterhaltsame und belustigende Ausnahmen wird von der Arbeit
an Bord nicht gesprochen. Von der Arbeit des Zolls, der „Ausklarierung“
und der Politabteilung aber schon!
Die menschenverachtenden Aktivitäten der allgegenwärtigen offiziellen und inoffiziellen
Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit finden ihre
gebührende Berücksichtigung. Diese Schilderungen verbreiten keine
Heiterkeit.
Der Leser erhält einen erschütternden Einblick in die
Allgegenwärtigkeit des Ministeriums für Staatssicherheit, auf hoher See
und in der Heimat.
Der Einzug des Seefahrtsbuches beendet ein Berufsleben auf See, dem sich der Autor mit Leib und Seele verschrieben hatte.
W. Zimmermann
| Format | 17 x 24 cm, Originalfotos farbig und schwarz-weiß | |
| ISBN | 3-00-015551-1 |
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